Simone Scharbert

du, alice

Seit ihrem postum erschienenen Tagebuch gilt Alice James als eine Ikone des frühen Feminismus. Und doch ist ihr Name bis heute weitgehend unbekannt. Erst wenn die Sprache auf ihre Brüder kommt, den Romancier Henry James sowie den Philosophen und Psychologen William James, oder auf Susan Sontag, die ihr ein Theaterstück widmete, weiß man sie einzuordnen. In Simone Scharberts Prosadebüt nimmt Alice James endlich die zentrale Position ein, die ihr zeitlebens nie zustand: Sie selbst ist die Adressatin dieser Anrufung. In einem reißenden Strom von Bildern, Assoziationen und Zitaten wird die Tragödie dieses Lebens greifbar: Die Geschichte einer Frau, die in einem intellektuellen Haushalt aufwächst, der aber der Zugang zu Bildung und Studium verwehrt bleibt. Einer Frau, die gegen das Stigma der Hysterie-Diagnose ankämpft, von den Brüdern benutzt als Material für ihr Schreiben und ihre Studien, von den Ärzten als Testobjekt für pseudowissenschaftliche Therapiemethoden. Einer Frau, in deren dysfunktionalem, von Krinoline, Mieder und gesellschaftlichen Konventionen eingeschnürtem Körper ein intellektuell wacher Geist wohnt.

Info
Simone Scharbert
du, alice
eine anrufung

ISBN 978-3-942375-42-9

120 S.
 

20,00
EUR
inkl. gesetzl. MwSt.
zzgl. Versandkosten
Autor
Termine

26.11., 19.30 | Literaturhaus Köln | Premierenlesung, moderiert von Sonja Lewandowski 

12.12., 19 Uhr | Stadthaus Erftstadt | Lesung mit Gespräch 

18.1., 18 Uhr | Literaturcafé Khawaran | "Alice James und Tirza Atar": Lesung und Gespräch mit Gundula Schiffer

Stimmen zum Buch

»Es ist eine zutiefst traurige, beklemmende, aber auch hochspannende Geschichte, die die Autorin da erzählt. Die Geschichte einer sehr klugen Frau mit einem rebellischen Geist, die im viktorianischen Zeitalter in Kleidung und Konventionen gezwungen war.«

Ulla Jürgensonn, Kölner Stadtanzeiger

»Man merkt, meine ich, dass Scharbert aus der Lyrik kommt, denn das Buch setzt sich aus wenigen Kapiteln zusammen, die eine Jahreszahl tragen […] und in dichten sprachlich streng durchkomponierten Absätzen das Leben der Protagonistin aufrufen. Das Außerordentliche dabei ist, dass der Text die Frau, um die es geht, zur Angesprochenen macht, und ihr somit eine Souveränität zugesteht, die sie sich zeitlebens innerlich erkämpfen, erschreiben, erarbeiten musste.«

Jan Kuhlbrodt, piqd

»Simone Scharbert holt Alice James aus dem Schatten ihrer Brüder Henry und William […] Ihr Prosatext schafft eine unglaubliche Nähe – über Generationen hinweg.«

Kölnische Rundschau

»Ihr Text fließt, fließt wie dieses Frauenleben, beleuchtet entscheidende Jahre, Entwicklungen, Ereignisse, ist chronologsch und assoziativ zugleich, vor allem aber in einer wunderbaren Sprache geschrieben.«

Birgit Böllinger, saetzeundschaetze

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