Lyrikbücher sind Genussbücher

Die Gestalter Frauke Wiechmann und Glenn Vincent Kraft über den Gestaltungsansatz und Entwicklungsprozess der Bücher.

 

 

Am Anfang jeder Buchgestaltung steht das Manuskript des Autors. Auf dessen Grundlage entwickeln wir eine adäquate Gestaltungsidee; Definition von Papier, Typografie und Illustration. Dieses Zusammenspiel sehen wir als visuelle und haptische Einheit. Die Gestaltung einer gesetzten Buchseite stellt den Anspruch auf gleichzeitiges Sehen und Lesen als ein harmonisch aufeinander abgestimmtes Bild aus freier Papierfläche und Typografie. Dabei hilft sie, die poetische Aussage des Autors zu strukturieren, nicht deskriptiv, vielmehr die individuelle Interpretation des Lesers anzuregen.

 

Lyrikbücher sind Genussbücher. Wir betrachten das Buch dabei immer als Objekt im Ganzen, in seiner räumlichen Dimension: Einzelseite, Doppelseite, gebundener Buchblock und Titel.

 

Die Gestaltung des Buchtitels nimmt dabei einen besonderen Teil ein: Wir versuchen die Aussage des Autors nach Außen zu transportieren. Dabei überschneiden sich ästhetisch-formale wie technische Faktoren und entwickeln eine Interaktion mit dem Leser.    

 

So versuchen wir, jeden Band immer wieder neu zu »verpacken« – ihn mit einer individuellen grafischen Gestaltung auszustatten. Jeder Band der edition AZUR wird so bewusst zu einem Unikat.

 

Der schönste Moment für uns ist es, die glücklichen Autor/-innen zu erleben und zu spüren, dass sie unsere Gestaltungsauffassung teilen, wie jüngst Volker Sielaff, der uns über die Gestaltung seines Prosabandes »Überall Welt« schrieb:

 

Wort und Gestalt, Innen und Außen, finden hier glücklichst zusammen.